Die Autoren der Prophetenbücher Israels 

Das Buch Hosea

Titel und Stellung

Der Name "Hosea" bedeutet "[Jahwe ist] Rettung". Hosea, der Sohn Beeris, war ein Prophet des Nordreiches Israel, dass - wegen der Früheren Rolle dieses Stammes - auch Ephraim genannt wurde. Seine Wirksamkeit umfasste eine Zeitspanne von etwa 30 Jahren. Sie begann in den letzten Jahren der Regierung Jerobeams II. (782-753 v. Chr.) und erstreckte sich bis in die Anfangszeit der (Mit-) Regentschaft Hiskias (729/716-686 v. Chr.). Amos, Jesaja und Micha waren Zeitgenossen Hoseas. Wie bei allen anderen Propheten, so war auch der Dienst Hoseas mit viel persönlichem Leid verbunden. nach Hos. 9,7 wurde er als ein >>Verrückter<< (hebr. meschugga) eingeschätzt. Deutlich weissagte Hosea das Ende des Nordreiches Israel durch die assyrische Wegführung (722 v. Chr.; vgl. Hos. 9,3). Ob er dies noch persönlich miterlebte, bleibt aber ungewiss. 

 

Inhalt und Botschaft 

 

Religionsvermischung, Fremdkulte und eine Bündnispolitik, die den Willen Gottes missachtete - dass Kennzeichnete die Situation im Nordreich Israels zurzeit Hoseas. Die Anfänge dieser unheilvollen Entwicklung liegen bereits in der Zeit der Reichsteilung unter Jerobeam I. Im Norden (Dan) und im Süden (Bethel) seines Reiches ließ er Kultstätten errichten, an denen Jahwe im Bilde zweier >>goldener Kälber<< verehrt wurde (1.Kö. 12,26-33). Diese >>Sünde Jerobeams<<, von der man sich auch in den folgenden 200 Jahren nicht freizumachen vermochte, ist nach biblischem Urteil die eigentliche Ursache des Untergangs Israels. >>Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis<< (Hos. 8,12). 

 

Hosea gebraucht als erster das Bild der Ehe für das Bundesverhältnis Gottes zu seinem Volk. Darum ist alle Abgötterei eine >>Hurerei von Jahwe hinweg<< (Hos. 1,2). Damit ist zugleich Allein von den sechs letzten Königen, die während Hoseas Wirkungszeit regierten (Sacharija, Schallum, Menahem, Pekachja, Pekach, Hoschea) wurden vier ermordet. Zufall? Ausdrücklich sagt Hosea, dass bei ihrer Einsetzung niemand nach dem Willen Gottes fragte (Hos. 8,4). 

 

Obwohl der größte Teil von Hoseas Verkündigung Gerichtsbotschaft in Bezug auf die vielen geistlichen und politischen Missstände im Lande ist, so fehlt ihr doch nicht der Hoffnungsblick auf künftiges Heil. >>Lo-Ruhama<< (Hos. 1,9), >>Nicht-Erbarmen<<, wird endlich doch noch Erbarmen erlangt; >>Lo-Ammi<< (Hos. 1,9), >>Nicht-mein-Volk<<, wird endlich doch noch zum Volk Gottes (Hos. 2,25). Israel wird umkehren zu Gott und zu Königtum Davids. Dann wird es erneut Gottes Güte und Segnungen schmecken (Hos. 3,5;14,2-9). 

 

Gliederung 

  1. Kap. 1-2 - Der Ehebund Gottes mit Israel 
  2. Kap. 4-10 - Warnung an Israel 
  3. Kap. 11-12 - Die unauslöschliche Liebe Gottes zu Israel 
  4. Kap. 13-14 - Gericht und Heil 

Prophetenbücher

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